Dr. rer. nat. Inge Ziegler

Autorenarchiv

Medizinische Woche Baden-Baden 2012

Unser Team vom Naturheilmagazin und brainworkers auf der Medizinischen Woche Baden-Baden 2012

Schon zum 46. Mal hatte die Medizinische Woche in Baden-Baden ihre Pforten geöffnet. Ganz so lange sind wir zwar noch nicht dabei, aber doch schon „alte Hasen“. Und so ist die „Medwoche“ inzwischen zu einem beliebten Treffpunkt mit Freunden, Autoren und Netzwerk-Partnern geworden. Viele von ihnen wie Frau Prof. Ingrid Gerhard, Dr. Karlheinz Graf und Christian Engelbert, Mitglied unseres Medizinischen Beirates in Berlin, waren als Referenten in Vorträgen und Kursen dabei. Unter den Referenten war auch unsere Geschäftsführerin Dr. Schmietainski, die interessierten Zuhörern im Workshop der Hufelandgesellschaft das Thema „Ärztliche Kommunikation und Marketing“ nahe brachte.

Hat man sonst bei der Medizinischen Woche den Eindruck, Sonnenschein und prächtige Herbstfärbung stets mitgebucht zu haben, luden Wolken und Regen diesmal kaum zu Spaziergängen im herrlichen Park ein. Umso lieber nahm man im trockenen warmen Hörsaal Platz, um den neuesten Erkenntnissen aus Praxis und Forschung zur Naturheilkunde zu lauschen. Geboten wurde ein breites Spektrum von der spirituellen Medizin bis zur mitochondrialen Therapie, bei der sich so mancher Zuhörer seine tief verschütteten Biochemie-Kenntnisse hervorkramen musste, um den Vorträgen folgen zu können. Manches Mal hin- und hergerissen zwischen den vielfältigen Vorträgen, boten die Pausen Zeit für Gespräche und die Planung neuer Projekte. Beispielsweise werden wir aus der in Kürze erscheinenden CD der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr zum Thema „Dankbarkeit“ eine Meditation zum Download im www.naturheilmagazin.de anbieten können.

Darüber hinaus werden wir nach und nach ausgewählte Vorträge für unsere Leser zusammenfassen. Wir berichten Ihnen von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zum gesundheitlichen Nutzen einer vegetarischen Ernährung und zeigen Ihnen, wie Sie mit Achtsamkeitsübungen Ihren Alltag entspannen können. Schauen Sie doch wieder mal vorbei. Lesen, sehen und hören Sie, was es Neues aus der Naturheilkunde gibt.

Ist Bio doch nicht besser?

Ist Bio doch nicht besser?

Da war sie also mal wieder: die neueste Studie zu Bio oder Nicht-Bio. Diesmal waren Forscher der Stanford University der Frage nachgegangen, ob Bio gesünder ist. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Es gibt nur wenige bzw. nicht ausreichend stichhaltige Beweise, dass Bio-Lebensmittel mehr Nährstoffe als konventionelle enthalten. Eine Ausnahme ist Phosphor.
  • Bio enthält weniger Pestizide.
  • Wer Bio isst, hat ein geringeres Risiko, sich Bakterien mit verschiedenen Antibiotika-Resistenzen auszusetzen.

Interessant ist bei solchen Studien meist der Blickwinkel der Interpretation. Während die einen davon sprechen, dass Bio-Lebensmittel möglicherweise gar nicht gesünder als konventionelle seien, wissen andere 30 % weniger Pestizide in ihrem Essen durchaus zu schätzen. Richtig ist zwar auch dass sich Bakterien gleichermaßen auf Bio- als auch auf konventionellem Fleisch finden, doch wer mag schon multiresistente Keime auf den gekauften Lebensmitteln haben, die gegen 3 oder mehr Antibiotika resistent sind? Ich jedenfalls nicht!

Für Umwelt und Erzeuger ist „Bio“ sowieso gesünder. Die Welt besteht nicht nur aus dem Essen auf unserem Teller. Jenseits des gesundheitlichen Nutzens des Ökolandbaus dürfen wir gern etwas über den Tellerrand hinausschauen: Bio-Landwirtschaft

  • ist nachhaltig,
  • klimafreundlicher (allein schon dadurch, dass sie ohne energieaufwändig herzustellenden Kunstdünger auskommt),
  • fördert die Artenvielfalt,
  • verzichtet auf ungeliebte und letztendlich in ihren Folgen kaum abschätzbare Gentechnik,
  • erfüllt strengere Regeln zur artgerechten Tierhaltung.

Bei der weiteren Verarbeitung schließlich kommt die Bio-Branche mit knapp 50 statt über 300 der sonst erlaubten Zusatzstoffe aus. Zusatzstoffe, auf die ich in meinem Essen gerne verzichte. Zumal die gesundheitlichen Auswirkungen bei Aufnahme mehrerer dieser Stoffe und ihre Langzeitwirkung auf den Menschen– ähnlich wie bei Pestiziden – kaum untersucht werden.

Sicher ist es gut, die Dinge genauer anzusehen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen „Bio“ und „konventionell“ zu erforschen und daraus zu lernen. Gute Argumente für „Bio“ gibt es aber schon genug. Ich jedenfalls brauche keine weiteren Gründe für den Einkauf im Bioladen!

Linktipp:

Literatur:

Smith-Spangler C et al. Are Organic Foods Safer or Healthier Than Conventional Alternatives? A Systematic Review.Ann Intern Med 2012; 157: 348–366
CancerConnect.Com (24.9.12): Organic Food May Not Be Any Healthier than Conventional

 

Wie das Wissenschaftsjournal „Science“ in seiner Online-Ausgabe berichtet, sind in Australien bei Hühnern zwei gefährliche neue Viren entstanden. Das Prekäre daran: Grundlage waren Impfstoffe.

Was war passiert? Seit Jahrzehnten werden Hühner in Australien gegen eine gefährliche Atemwegserkrankung (ILT, Infektiöse Laryngotracheitis) mit abgeschwächten Herpesviren geimpft. Bislang gab es dort zwei Impfstoffe, die auf sehr ähnlichen Viren basierten. Nun kam ein neuer, europäischer Impfstoff hinzu, der ein völlig anderes Virus in abgeschwächter Form enthielt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es in Hühnern, die mit den unterschiedlichen Viren geimpft wurden, zu einer Mischung des Erbguts dieser Viren kam. So entstanden binnen eines Jahres zwei neue Virenstämme, die wesentlich gefährlicher als die verwendeten Impfstämme sind. Bis zu 18 % der Hühner starben in den betroffenen Ställen an der Krankheit, gegen die die Impfungen hätten schützen sollen.

Zwar war man sich eines solchen Risikos prinzipiell bewusst, doch hatte man es – wie so oft – für sehr gering gehalten. Auch beim Menschen werden Lebendimpfstoffe mit Herpesviren verwendet: bei der Windpockenimpfung. Da das Windpockenvirus aber recht stabil sei, träten Viruskreuzungen hier nur selten auf. Zu bedenken ist aber, dass Herpesviren, wie wir sie von Lippenherpes, Windpocken und Gürtelrose kennen, sich ins Nervensystem zurückziehen und dort lebenslang verbleiben. Daher stehen Sie gewissermaßen unser Leben lang für neue Mischungen aus Viren zur Verfügung.

Auch gegen Mumps, Masern und Röteln werden beim Menschen Lebendimpfstoffe eingesetzt. Bei Kinderlähmung verzichtet man inzwischen auf Lebendimpfstoffe: Die bekannte Schluckimpfung hatte in seltenen Fällen zu Lähmungen bei den Geimpften geführt. Außerdem konnten Geimpfte andere Personen mit den abgeschwächten, aber vermehrungsfähigen Krankheitserregern aus dem Lebendimpfstoff anstecken.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Menschen aus Titanic, Fukushima und sterbenden Hühnern lernen, unwahrscheinliche Fälle ernster nehmen und – auch bei Tieren – mehr Sorgfalt im Umgang mit Lebendimpfstoffen gepflegt wird.

Lit.: http://www.sciencemag.org/content/337/6091/188
Beiträge rund ums Impfen im Naturheilmagazin

Ausdauertest am Fahrradergometer - Bildquelle: Robert-Koch-Institut

Ausdauertest am Fahrradergometer – Bildquelle: Robert-Koch-Institut

Im Juni veröffentlichte das Robert-Koch-Institut erste Ergebnisse aus der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“.

Hier einige spannende Ergebnisse:

  • Übergewicht stagniert weitgehend auf hohem Niveau: Rund 67 % der Männer und 53 % der Frauen zwischen 18 und 79 sind übergewichtig! Bedenklich die Zunahme des krankhaften Übergewichtes (Adipositas) auf 23,3 % (1998: 18,9 %) bei Männern und 23,9 % (zuvor 22,5 %) bei Frauen, wobei Jüngere besonders vom Anstieg betroffen sind.
  • Diabetes zeigt eine Zunahme von rund 2 Prozentpunkten auf jetzt 7,2 % der Erwachsenen!
  • Stress, Schlafstörungen, Depressionen und Burnout sind verbreitet:
    8,1 % der Teilnehmer litten aktuell unter einer Depression. 4,2 % gaben als Diagnose „Burnout“ an. Unter Depressionen leiden demnach vor allem 18- bis 29-Jährige, unter Burnout vor allem 50- bis 59-Jährige. Während Depressionen mit höherem sozioökonomischen Status (SES) abnehmen, nimmt Burnout zu. Auch Schlafstörungen sind häufig: 26,5 % schliefen mindestens 3-mal pro Woche schlecht. Von chronischem Stress sind Frauen häufiger als Männer betroffen.
  • Erschreckend die Zahl psychischer Störungen: Nahezu jeder 4. Mann und jede 3. Frau litten im Erhebungsjahr zumindest zeitweilig unter voll ausgeprägten psychischen Störungen. Am häufigsten sind Angst- und depressive Störungen.
  • Positiv ist die Zunahme der regelmäßigen sportlichen Aktivität. Dennoch erreichen nach wie vor nur 25,4 % der Männer und 15,5 % der Frauen die WHO-Empfehlung von 2,5 Stunden Aktivität pro Woche.

Diabetes, Übergewicht und psychische Störungen belasten nicht nur die aktuelle Lebenssituation: Mit ihnen steigt das Risiko für weitere Erkrankungen. Zugleich verschlechtern sich Lebensqualität und Lebenserwartung. Das muss nicht sein! Wenn wir kein Volk der Kranken und Leidenden sein wollen, müssen wir etwas tun. Mit der Zunahme der sportlichen Aktivität zeigt die Studie einen ersten Lichtblick. Regelmäßige (nicht übermäßige) Bewegung schützt vor Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen und ist gut für die Psyche. Ernährung und Entspannung sind weitere wichtige Säulen der Prävention. Jeder für sich kann die eigene Zukunft in die Hand nehmen und etwas für seine Gesundheit tun.

Das Naturheilmagazin zeigt Ihnen, wie Sie effektiv vorbeugen können:

Mehr zur Studie:

  • www.degs-studie.de
  • PDF beim RKI: Erste Ergebnisse aus der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS)

Das Portal und das Team dahinter – heute: Dr.rer.nat. Inge Ziegler, Online-Redaktion

Natur und Naturheilkunde haben mich schon immer interessiert und so habe ich mich immer wieder mit alternativen Heilmethoden auseinandergesetzt. Im Laufe der Jahre wurde mir immer mehr bewusst, wie wichtig es ist, nach den wahren Ursachen von Krankheiten zu schauen und wie oft die Schulmedizin dabei an ihre Grenzen stößt.

Wer seinen Weg abseits der üblichen Therapien gehen möchte, braucht Rüstzeug in Form von Wissen. Ich selbst habe in dieser Hinsicht sehr von meinem Biologie-Studium und meiner Heilpraktikerausbildung profitiert. Sie sind für mich eine ideale Basis, um wissenschaftliches Arbeiten mit alternativem Denken und dem Wissen über Naturheilverfahren verbinden zu können. Das kommt mir täglich im Hinblick auf meine Arbeit und die Gesundheit zugute.

Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Menschen von der Naturheilkunde profitieren könnten. Doch sie brauchen fundierte und differenzierte Informationen, damit sie dem Therapeuten die richtigen Fragen stellen und für sich den richtigen Weg wählen können.

Der Wunsch, andere Menschen über naturheilkundliche Themen zu informieren, und die Freude an der Arbeit mit Texten brachten mich vor einigen Jahren in die Online-Redaktion des Naturheilmagazins. Hier bin ich u.a. für das Aufspüren interessanter Themen, die Betreuung von Autoren und – in enger Zusammenarbeit mit dem medizinischen Beirat – für Prüfung, Ergänzung und Korrektur der Texte zuständig. Eine befriedigende Aufgabe, die mir sehr viel Freude bereitet und die ich nicht missen möchte …

Für großen Wirbel sorgte 2009 die Schweinegrippe Impfung. Das www.naturheilmagazin.de berichtete damals ausführlich über die kurzfristige Einführung der Impfung und wog Risiken von Impfung und Krankheit gegeneinander ab. Schon bald wurde ein Zusammenhang zwischen Schweinegrippe Impfung und einer Narkolepsie diskutiert (s. z.B. Beitrag im Focus vom Sept. 2010). Bei der Schlafkrankheit leiden die Betroffenen tagsüber immer wieder unter Schlafanfällen, während sie nachts schlechter schlafen. Nun hat eine finnische Studie gezeigt, dass eine Impfung mit dem Schweinegrippeimpfstoff Pandemrix® das Narkolepsie-Risiko bei 4- bis 19-Jährigen um das 12,7fache erhöht. Schon 2011 hatte die europäische Zulassungsbehörde EMA wegen des erhöhten Narkolepsie-Risikos bei unter 20-Jährigen von der Impfung mit Pandemrix® abgeraten. Das dürfte für die betroffenen Eltern und Kinder nur ein schwacher Trost sein …