Bauchentscheidungen

Artikel-Schlagworte: „Bauchentscheidungen“

Entscheidung

Entscheidung – Quelle: istockphoto

Der Newsletter der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V. (www.biokrebs.de) bringt in seiner letzten Ausgabe einen Artikel aus seiner Mitgliederzeitschrift „Signal“: „Gefühltes Wissen – die Kunst, das Unwesentliche zu ignorieren“. Professor Gigerenzer, einer der Direktoren des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, referierte zur 30-Jahr-Feier des Verbandes.

Das Max-Planck-Institut forscht seit Jahren zum Phänomen „Bauchentscheidung“. Damit sind Entscheidungen gemeint, denen durchaus Erfahrungswerte zugrunde liegen. Als Beispiel nennt Professor Gigerenzer die Piloten, die 2009 ihre Maschine im Hudson River notwasserten und damit hunderten Menschen das Leben retteten. Hier war keine Zeit für Berechnungen, ob es das Flugzeug noch bis zum Flughafen schaffen würde. Sie griffen auf das zurück, was sie aus tausenden Flugstunden an Erfahrungswerten hatten und konnten in kürzester Zeit reagieren.

Auch im Alltag begegnet uns dies: wenn uns Menschen gegenüberstehen, bei der Wahl des Partners, wenn uns Ereignisse ereilen…. Wir haben in diesem Moment ein Gespür, was gut für uns ist. Die Frage ist, wie viel Vertrauen wir diesem Gefühl entgegenbringen. Lassen wir uns im Zweifel wirklich davon leiten oder dominiert am Ende der Verstand?

Wie viel Vertrauen haben wir in unser Bauchgefühl, wenn es um schwere Entscheidungen geht, wie z.B. die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Therapie bei schweren Erkrankungen. Oft fehlt das notwendige Wissen oder scheint in der verfügbaren Zeit nicht erschließbar zu sein. Durch die beteiligten Ärzte wird hier nicht selten ein enormer Zeitdruck für die Entscheidung aufgebaut, der in den wenigsten Fällen wirklich begründet ist. Wie gut entscheiden wir unter Zeitdruck? Prof. Hüther, Hirnforscher, zeigt: unter Druck, sind wir zu keiner wirklichen Entscheidung fähig.

Prof. Gigerenzer stößt in seinen Forschungen noch auf ein wichtiges Phänomen: Menschen entscheiden in den meisten Fällen defensiv. Das heißt, sie entscheiden so, dass für sie persönlich der geringste Schaden entsteht. Das ist in den meisten Fällen nicht die innovativste Entscheidung. Wie gut ist also die Therapie-Empfehlung eines Arztes, wenn dieser befürchten muss, dass er vom Patienten oder anderen Institutionen eine Klage erhält, weil er nicht leitliniengerecht behandelt hat?

Wichtig war für mich deshalb der Schlusssatz des Artikels: „Wenn es um Ihre Gesundheit geht, sind Sie der Entscheider und nur Ihr Wohlergehen ist das Maß der Dinge.“

Mehr Sensitivität für Ihre Bauchgefühle und Sicherheit mit dem Umgang mit Bauchgefühlen können Sie trainieren. Blicken Sie am Ende eines Tages oder nach einem Ereignis zurück: was war Ihr Bauchgefühl in diesem Moment und wie haben Sie entschieden. Was wäre gewesen, wenn Sie Ihrem Bauchgefühl vertraut hätten. Wenn Sie das öfter tun, erhalten Sie über die Zeit Sicherheit und dann auch schnellere Antworten aus dem Bauch, dann wenn es wichtig ist.

Auch mit dem Portal Naturheilmagazins.de zeigen wir Ihnen Möglichkeiten auf um Ihren Entscheidungsraum zu erweitern. Welche der Optionen für Sie die richtige ist, können nur Sie allein entscheiden. Wir wünschen Ihnen, dass Sie für Ihre Gesundheit die richtige Entscheidung treffen.

www.biokrebs.de – Gefühltes Wissen. Die Kunst, das Unwesentliche zu ignorieren als PDF