Toleranz

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Labrador von Nicole Renneberg

Nicole Renneberg´s Labrador

Schreib doch mal einen Blog. Die Nachricht von unsere Webdesignerin erreichte mich am Freitag Nachmittag auf meinem Handy…
Mhhm einen Blog, lass mal überlegen. Filmprojekte habe ich momentan viele, aber da würde wahrscheinlich der Platz nicht ausreichen. Wie wäre es denn heute mal mit dem Thema Ordnung – ein privates Thema, welches mich seit Jahren beschäftigt und mit dem ich gerne in geistiger und körperlicher Auseinandersetzung stehe.

Ordnung ist das halbe Leben und die andere Hälfte, behaupte ich mal, ist Toleranz. Toleranz sich selbst und seinem Umfeld gegenüber. Ich brauche Ordnung um mich herum, um mich selbst zu sortieren, Klarheit für Gedanken und neue Projekte zu bekommen. Ich kaufe gerne die „Landlust“ und blättere daumenkinomäßig in den schönen Seiten des Hochglanzmagazines. Es zeigt uns wunderschöne Häuser im Landhaus-Stil, prachtvolle Bauerngärten und saubergeputze Kinder. Mit meiner Tasse Tee in der Hand schmökere ich in der Zeitschrift und zugegebener Weise ertappe ich mich beim Gedanken, in einem dieser wunderschönen Bauernhäuser aus einem frisch geputzten Fenster neben blühenden, üppigen Stauden des Sonnenhutes rauszuschauen… Ich fange in meinem Haus an, ein bisschen Landhaus-Stil zu verbreiten, das Feuerholz neben dem Kamin schön zu drapieren, Trockenblumen auf den Holztisch zu stellen, Naturdekos anzuordnen und kaum habe ich mich umgedreht, ist alles anders.

Nun lebe ich in einer bewegten vierköpfigen und vierpfotigen Familie und habe zwei ehrenamtlich – nicht immer in meinem Auftrag handelnde – Innendesigner: meine Kinder, 5 und 7 Jahre alt, die, kaum habe ich einen Hauch von Landhaus-Style verbreitet, schön drapierte Dekos umgestalten. Der Hund trägt die stilvoll geschichteten „Landhaus-Style“-Feuerhölzer in den Garten, meine Trockenblumen werden auf Bildern verbastelt und schon ist es weg, das Gefühl „Landhaus in“ zu sein und ich komme in Konflikt mit meinem Lieblingsthema: der Ordnung…

Neulich war ich bei einer Bekannten aus dem Kindergarten in einem PERFEKTEN Superhaushalt – trotz Kind. Alles sah irgendwie ordentlich aus, fast zu ordentlich und zugegebener Weise arbeitet sie nicht und hat nebenbei eine Haushälterin. Ich wurde misstrauisch: Warum steht hier alles an seinem Platz, nichts weggetragen, verklebt oder verbuddelt? Als ich das Kinderzimmer betrat, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Es war total aufgeräumt und auf dem Kaufmannsladen stand alles sortiert und angerichtet. Ich griff nach einer kleinen Dose und entdeckte das Geheimniss der Ordentlichkeit: Sie war FESTGEKLEBT…
Man kann es kaum glauben, die Gegenstände im Kaufmannsladen waren festgeklebt. Nun musste ich lachen, denn ich stellte mir vor, im Haus der Bekannten seien alle Einrichtungsgegenstände einfach fixiert – festgeklebt. Super Idee, ich klebe unseren Hausstand, nebst Kinder, Mann und Hund einfach fest – ein toller Gedanke – nur mal so ein paar Tage, um dieses Gefühl der Ordentlichkeit zu spüren.

Das Leben ist in Bewegung, so wie es unsere Gedanken und unsere Handlungen jederzeit sein sollten. Wir üben, neben Toleranz auch eine Portion Gelassenheit in unser Leben zu lassen – die mir zugegebener Weise auch oftmals fehlt. Das zeigt sich immer wieder in Situationen meines Alltags, in denen ich andere Vorstellungen von meinem Umfeld habe, als die mit mir lebenden Personen. Festkleben kann man weder Menschen, noch Gedanken und Taten und jede Bewegung ist Wachstum – es entwickelt sich etwas weiter. Letztendlich bin ich es, die in dem Fall mit der Landhaus-Idylle, ein Problem mit der Ordnung hat und anscheinend nicht mein Umfeld.

Wenn ich den Situationen mit Gelassenheit, innerem Frieden und Toleranz begegne, tief durchatme und mich über mit Trockenblumen beklebte Bilder oder neu gestaltete Feuerhölzer im Garten freue, sehe ich meine Welt aus einem anderen Blickwinkel. Wikipedia definiert den Begriff „Toleranz“ so: “ Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Gemeint ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung unterschiedlicher Individuen.“ Mittlerweile bin ich auf einem guten Weg, ich sehe die Situationen, in denen ich Toleranz und Gelassenheit walten lassen muss als kleine Übungsaufgaben des Lebens. Also bleiben Sie gelassen, freuen Sie sich über ein bewegtes Umfeld und üben Sie sich einfach in einem entspannten Denken.

Nicole Renneberg, Geschäftsführerin der Filmproduktionsfirma brainworkers & more GmbH und Partner des Naturheilmagazins

 

Nicole Renneberg
Geschäftsführerin der Filmproduktionsfirma brainworkers & more GmbH
und Partner des Naturheilmagazins